Senatorin Dilek Kolat zu Gast im AGAPLESION BETHANIEN SOPHIENHAUS

07. Dezember 2018

Grund ihres gestrigen Besuches bei uns war das bereits mehrfach ausgezeichnete digitale hausärztliche Versorgungsmodell, welches 2001 von der im BETHANIEN SOPHIENHAUS ansässigen Ärztin Dr. Irmgard Landgraf und dem jetzigen Prokuristen und damaligem Hausleiter der Agaplesion Bethanien Diakonie Burkhard Bachnick eingeführt wurde.

Frau Dr. Landgraf betreut rund 150 Bewohnerinnen und Bewohner im Bethanien Sophienhaus und arbeitet dabei mit einer Software, die ihr erlaubt, den Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner sowohl aus ihrer Praxis als auch von zu Hause aus im Blick zu behalten. "Um das zu schaffen, arbeite ich mit den Pflegekräften auf den Wohnbereichen digital zusammen und nutze netzwerkfähige Pflegeakten. So kann ich aktuelle Krankheitsverläufe vor meinem Besuch studieren und habe vor Ort mehr Zeit für meine Patienten", sagt sie.

Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat, Staatssekretärin Barbara König, Susanne Hertzer, Chefin der Techniker Krankenkasse Berlin/ Brandenburg, Dr. Anja Ludwig sowie Jana Alfes aus der Abt. 2 "Zukunft der Pflege und Digitalisierung" der Senatsverwaltung machten sich ein Bild davon, wie das Modell in der Praxis funktioniert.

Begrüßt wurden sie vom Geschäftsführer der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE Alexander Dettmann und Ärztin Dr. Irmgard Landgraf.

"Die digitale Patientenakte beschleunigt die Absprachemöglichkeiten zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der einen Seite und mir als behandelnde Ärztin auf der anderen Seite", erklärt Dr. Irmgard Landgraf.

Denn die Praxis sieht in vielen Pflegeeinrichtungen anders aus. Rund 90% der pflegeheimversorgenden Ärzte sind nicht im Heim angestellt, sondern arbeiten in ihren mehr oder weniger weit entfernten Praxen. Bei gesundheitlichen Beschwerden müssen Pflegekräfte versuchen, telefonisch oder per Fax Kontakt zum behandelnden Hausarzt aufzunehmen. Diesen telefonisch in der Praxis zu erreichen, ist oft zeitaufwendig und außerhalb der Sprechzeiten fast unmöglich.

Umgekehrt erreichen Ärzte bei einem Rückruf im Pflegeheim dann auch häufig niemanden oder die zuständige Pflegekraft, die den Bewohner gut kennt und richtig Auskunft geben kann, ist beim Rückruf des Arztes nicht mehr im Dienst.

Das Prinzip hinter dem digitalen Versorgungsmodell ist dagegen ganz einfach. Die Pflegekräfte im Bethanien Sophienhaus und Dr. Landgraf füllen die elektronischen Pflegeakten mit Inhalten. Sie haben permanenten Zugriff auf die komplette Dokumentation. "Alle Beteiligten sind mit wenigen Klicks auf dem aktuellen Stand, kennen die Beschwerden, Erkrankungen und die Behandlungsstrategien. So können wir zeitnah reagieren, wodurch es zu deutlich weniger Krankenhauseinweisungen als bei dem klassischen Hausarztmodell gibt", erläutert Dr. Landgraf die elektronischen Pflegeakte.

Deshalb wurde 2001 die netzwerkfähige Patientenakte bei der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE eingeführt. Seitdem ist das mühsame Hinterhertelefonieren für beide Seiten vorbei. "Ich habe mehr Zeit für die Patienten und nutze die Vernetzung auch für online Visiten. Dazu schaue ich mir einmal pro Woche jede Akte im Computer genauer an, prüfe ob Therapien anschlagen, Medikationen verändert werden oder so bleiben müssen", erklärt Irmgard Landgraf.

Dilek Kolat folgte aufmerksam den Ausführungen von Frau Dr. Landgraf und hatte Fragen über Fragen. "Welche technischen Voraussetzungen sind erforderlich? Wie ist die Zusammenarbeit mit den Fachärzten? Sind Sie 24 Stunden und 365 Tage erreichbar? Wie funktioniert eine Krankenhauseinweisung?" waren nur einige Fragen die Delik Kolat stellte. "Das digitale Versorgungsmodell kann nur funktionieren, wenn Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser und Pflegeheime mitmachen", stellte Kolat fest.

Alexander Dettmann zeigte in seinem Part der Senatorin auf, dass zahlreiche Prozesse über die Pflegedokumentation hinaus, wie Dienstpläne, Bestellungen von Pflegeprodukten, Lebens- und Nahrungsmitteln in der Küche, Bewohnerabrechnung, Rechnungen und das Bewerbermanagement bereits digital bei uns in der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE laufen.

Dettmann gab Dilek Kolat aber auch ein paar Themen mit auf den Weg, die ihm am Herzen lagen - rückgängige Ausbildungszahlen und Fachkräftemangel. Zugleich stellte er unser Projekt mit "Care with Care Manil"a bezüglich der Gewinnung von Fachkräften von den Philippinen vor. Hier kamen gerade vor knapp zwei Wochen 13 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Berlin, um die Standorte der Bethanien Diakonie in der Pflege zu unterstützen.

Dilek Kolat nahm sich mehr als 2 Stunden Zeit für den Besuch im Bethanien Sophienhaus und es wurde rege diskutiert. Neben der digitalen Versorgung auch über die Themen Ausbildung, Attraktivität des Pflegeberufes und Fachkräftemangel.

Burkhard Bachnick begrüßt die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung Dilek Kolat im Bethanien Sophienhaus.

Aufmerksam verfolgen Susanne Hertzer, Chefin der Techniker Krankenkasse Berlin/ Brandenburg, Senatorin Dilek Kolat, Geschäftsführer Alexander Dettmann und Pflegedienstleiterin Marlen Gamlin den Ausführungen von Frau Dr. Landgraf.

In der Runde wurde angeregt diskutiert nicht nur zum hausärztlichen digitalen Versorgungsmodell sondern auch zu den Themen Ausbildung und Fachkräftemangel in der Pflege.

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