• Zuhause in christlicher Geborgenheit: unser Selbstverständnis ...
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100 Jahre Bethesda

Unmittelbar nach Gründung des „Bethesdavereins für allgemeine Krankenpflege zu Elberfeld“ (heute ein Stadtteil von Wuppertal) im Juni 1886 verfügten die Diakonissen noch über keine eigene krankenpflegerische Ausbildungsstätte. Daher wurden die jungen Schwestern in Krankenhäuser nach Berlin geschickt. Zu dieser Zeit wuchs die Bevölkerung der Hauptstadt rasant und damit nahm auch das Massenelend erschreckend zu. Dies blieb den Schwestern keineswegs verborgen und schnell folgte man dem Ruf zum „Dienst barmherziger Liebe“. Am 3. Februar 1887 wurde die erste Zweiganstalt des Bethesdavereins in Berlin gegründet.

Die Diakonissen arbeiteten zunächst in der „Privat- und Armenpflege“ sowie als Gemeindeschwestern. Ihre pflegerische Ausbildung erhielten sie in der Charité. 1893 war ihre Zahl bereits auf 20 Diakonissen gewachsen und man unterhielt damals, teilweise auf Etagen von Wohnhäusern, mehrere kleine Belegkliniken. Sie befanden sich in der Gneisenaustraße, in Neukölln und am Blücherplatz.

Das Krankenhaus Bethesda

Anfang des 20. Jahrhunderts erwarben die Diakonissen von der Reichsbahn das Grundstück in der Dieffenbachstraße 40, um dort eine eigene Belegarztklinik zu errichten. 1907 wurde der Grundstein gelegt. Am 9. Dezember 1908 eröffnete das Krankenhaus Bethesda. Es hatte 49 Betten für Kranke und 60 für Schwestern und Angestellte.

Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Haus, das im Endkampf um die Stadt nochmals schwer beschädigt wurde. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde die Bettenzahl auf 96, später auf 101 erhöht. Im Jahr 1959 kam eine Krankenpflegeschule hinzu, die bald in eine Schule für Krankenpflegehilfe umgewandelt wurde und bis 1979 bestand. Die Ausbildung übernimmt heute die evangelische Lazarus-Schule.

Vom Krankenhaus zum Krankenheim

Die Rezession Anfang der 1980er Jahre traf auch das Gesundheitswesen. Das Überangebot an Krankenhausbetten musste abgebaut werden. Dem fielen besonders die kleineren Häuser zum Opfer. Das Krankenhaus Bethesda wurde aus dem Landesbedarfsplan gestrichen. Der Senat von Berlin stimmte allerdings der Umwandlung des Hauses in ein Krankenheim – also ein Pflegeheim unter ärztlicher Leitung – zu und bewilligte hierfür 2,4 Mio. D-Mark. Nach zweijähriger Umbauzeit wurde das Haus 1983 als Krankenheim mit nunmehr 87 Betten wiedereröffnet.     

Vom Krankenheim zum Pflegeheim

Mit Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1996 fand dann eine Umwandlung des Hauses in ein reines Pflegeheim statt. 1999 legten die Diakonissen den Grundstein für einen modernen Anbau, der im Herbst 2001 in Betrieb genommen werden konnte. Gleichzeitig fanden umfangreiche Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen im Altbau statt.

AGAPLESION BETHANIEN HAUS BETHESDA

Heute präsentiert sich das AGAPLESION BETHANIEN HAUS BETHESDA als kleine Einrichtung mit 87 Pflegeplätzen in Ein- und Zwei-Bett-Zimmern mit eigenen Duschbädern und vielen schönen Gemeinschaftsräumen. Die Bewohner finden hier ein Zuhause, in dem sie in einer behaglichen und liebevollen Atmosphäre leben und alt werden können.

Der Ursprung des Namens „Bethesda“

Im Norden der Stadt Jerusalem lag der Teich Bethesda mit seiner heilkräftigen Quelle. Um das Wasser herum war ein Gebäude mit fünf Hallen errichtet. In diesen Säulengängen lagen Arme und Kranke und erwarteten Heilung von der Quelle. Zeitweise versiegte das Wasser, um dann umso stärker wieder zu sprudeln. Dieser Zeitpunkt galt als besonders heilungsfördernd, weil „ein Engel herabstieg und das Wasser bewegte“. Die Quelle, der Teich und die Häuser rundum wurden auf hebräisch Bethesda (Ort der Barmherzigkeit) genannt, der „Ort, wo Gott Gnade gibt“. Heute sind nur noch Ruinen des ehemaligen Heilortes zu finden, die Quelle ist versiegt.

26.11.1907: Grundsteinlegung für das Krankenhaus in der Dieffenbachstr. 40
07.02.1937: 50-jähriges Berliner Stationsjubiläum
Im 2. Weltkrieg wurden Dach und vierte Etage bei Luftangriffen schwer getroffen.
Die Küche des Bethesda in den 1960er Jahren
1963: Dr. Tollas, Leiter der Kranken­pflege­schule, erklärt den „Knochenmann“
1970: Grundsteinlegung für das Ernst-Pieper-Heim (Schwestern- und Senioren­wohnheim)